Inflation und Steuer schlagen

Nominalzins, Realzins, Rendite, Bruttorendite, Performance, Rentabilität, Umlaufrendite oder Nettorendite - ein Anleger wird bei seinen Geldgeschäften mit vielen und verwirrenden Fachbegriffen konfrontiert und verliert dabei sehr schnell den Überblick. In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Begriffe erklärt und aufgezeigt, auf was es bei der Geldanlage wirklich ankommt.

Mindestziel: Inflation und Steuer schlagen

Mit Ihren Geldanlage sollten Sie als Mindestziel anstreben, dass der Gesamterfolg nach Steuern und Kosten real zu einem Vermögenszuwachs führt oder mindestens die Vermögenssubstanz erhalten bleibt.
Ein Beispiel:

Geldentwertung der 10.000 Euro bei 2 % Inflation
Zins 1,5 % aus 10.000 Euro 150,00 Euro
minus 25 % Abgeltungssteuer - 37,50 Euro
minus 5 % Solidaritätszuschlag - 1,88 Euro
Nettoertrag nach Steuer 110,62 Euro
Geldentwertung / Inflation 2 % - 200,00 Euro
Ergebnis (Real = in Kaufkraft gemessen) - 89,38 Euro

In diesem Beispiel führen der Steuerabzug und die Geldentwertung dazu, dass der Anleger trotz 1,5 % Zinsen am Ende eines Jahres statt einer Kaufkraft von 10.000 Euro nur noch 9.910,62 Euro (10.000 Euro minus 89,38 Euro) zur Verfügung hat. Real hat sich sein Vermögen reduziert.

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Was ist die reale Rendite?

Die Rendite ist das Gesamtergebnis aus einer Geldanlage und wird im Verhältnis zum eingesetzten Anlagebetrag für einen bestimmten Zeitraum berechnet. Dabei werden alle Belastungen (Kosten, Gebühren etc.) und Gutschriften (Zins, Dividende, Kursveränderungen etc.) berücksichtigt. Die Bruttorendite ist der Gesamterfolg vor der Steuerzahlung und die Nettorendite nach der Steuerzahlung. Wird jetzt noch die Inflation berücksichtigt, dann liegt die Rendite real (= in Kaufkraft gemessen = Realrendite) vor.

Inflation und die Wirkung auf verschiedene Anlageklassen

Jede Anlageklasse zeichnet sich durch eine eigene Chancen-Risiko-Kombination aus. Aktien erwirtschaften mehr Rendite als eine Festgeldanlage, sind aber dafür mit höheren Risiken belastet. Nur wenige Verbraucher machen sich über eine inflationsbereinigte Realrendite Gedanken. Dabei zehrt die Inflation gewaltig an den Erträgen und verwässert den tatsächlichen Vermögenszuwachs. Der Finanzjournalist Gerd Kommer hat in dem Buch "Buy-and-Hold-Bibel" die Realrenditen der wichtigsten Anlageklassen über einen Zeitraum von 109 Jahren (1900 bis 2008) wissenschaftlich aufbereitet. Danach ergeben sich folgende inflationsbereinigte Realrenditen:

Anlageklasse Inflationsbereinigte Realrendite
Aktien Welt 5,2 %
Langfristigen Staatsanleihen 1,7 %
USA Häuser 0,37 %
Gold 0,44 %

Kosten und Steuern sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Es ist also gar nicht so leicht, mit seinen Geldanlagen Steuern und Inflation zu schlagen.

Geld- und Sachwertanlagen

Anlageformen kann man in Geldwert- und Sachwertanlagen unterteilen. Geldwertanlagen haben einen geringeren Inflationsschutz als Sachwertanlagen. Wer sein Geld nur in vermeintlich sicheren Geldwertanlagen anlegt, kann unter Berücksichtigung von Kosten, Steuern und Inflation hohe Vermögensschäden erleiden. Grundsätzlich unterscheiden sich Geldwert- und Sachwertanlagen nach folgenden Kriterien:

Geldwertanlagen:

  • Meist feste Zinsen oder Erträge
  • Bessere Liquidität als bei Sachwertanlagen
  • Rückzahlungsanspruch, meist zu einem bestimmten Termin
  • Geringer Inflationsschutz
  • Geringer Schutz bei Geldentwertung
  • Meist keine hohen Wertschwankungen
  • Wert/Preis richtet sich meist nicht nach Angebot und Nachfrage

Geldwertanlagen sind zum Beispiel Sparguthaben, Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe, Geldmarktfonds, festverzinsliche Wertpapiere etc.

Sachwertanlagen

  • Meist keine festen Zinsen und Erträge
  • Geringere Liquidität als bei Geldwertanlagen
  • Meist keinen Rückzahlungsanspruch, meist keine Fälligkeit
  • Hoher Inflationsschutz (Substanzwert/Sachwert)
  • Besserer Schutz bei Geldentwertung
  • Hohe Wertschwankungen (Wert richtet sich nach Angebot und Nachfrage)
  • Wert/Preis richtet sich meist nach Angebot und Nachfrage

Sachwertanlagen sind zum Beispiel Aktienfonds, Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen etc.

Fazit:
Wenn Sie als Anleger das vorhandene Vermögen in der Substanz erhalten oder sogar vermehren wollen, dann müssen die Vermögenserträge nach Steuern, Kosten und Inflation insgesamt zu einem Vermögenszuwachs führen.
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Der Artikel "Inflation und Steuer schlagen" wurde am 07.03.2013 verfasst.

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