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Rentenfonds Euro: Eine gute Anlage bei fallenden oder steigenden Zinsen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt um in Rentenfonds Geld anzulegen? Lohnt sich die Investition nur in einem Umfeld von fallenden Zinsen oder können Anleger auch Rentenfonds kaufen, wenn die Zinsen gerade steigen? In diesem Artikel erfahren Sie, warum auf lange Sicht Anleger der möglichen Zinsentwicklungen in der Zukunft gelassen entgegen sehen können und was Sie bei der Geldanlage in Rentenfonds sonst noch wissen sollten.

Was sind Rentenfonds Euro?

Rentenfonds werden von Fondsgesellschaften (z.B. Unternehmen wie Union Investment, DWS, Deka etc.) aufgelegt und verwaltet. Die Gesellschaft kauft Anleihen in einen Fonds und verkauft davon Anteile in der Regel über Bankengruppen, ausgewählte Vertriebsstellen oder direkt über die Börse. Die Anlegergelder werden von der Fondsgesellschaft überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen oder Rentenpapiere) von Staaten und Unternehmen investiert. Bei Rentenfonds Euro erfolgt die Anlage im Euro-Währungsraum. Damit entfallen Währungsschwankungen. Der Anleger wird mit seiner Geldeinlage am gesamten Fondsvermögen beteiligt und profitiert damit indirekt am Erfolg und Misserfolg (Kursentwicklung und Zinserträgen) aller Wertpapiere, die im Fonds enthalten sind. In der Höhe seiner Anlagesumme erhält der Anleger Fondsanteile. Die Fondsgesellschaften belasten den Anleger beim Verkauf (Ausgabeaufschlag) und für die Verwaltung (Managementgebühr) mit Kosten und Gebühren.

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Wichtig: Mit dem Kauf einer Anleihe vergeben Sie einen Kredit!

Wenn ein Unternehmen oder ein Staat Geld benötigt, dann kann das über eine Kreditaufnahme bei der Bank oder durch den Verkauf von Anleihen am Kapitalmarkt (Börse, Fondsgesellschaften etc.) erfolgen. Anleihen werden im Sprachgebrauch auch häufig als Rentenpapiere, Festverzinsliches Wertpapier, Schuldverschreibung oder auch Obligation bezeichnet. Der Emittent (Herausgeber) verspricht dem Käufer während der gesamten Laufzeit eine feste Verzinsung und die Rückzahlung des geliehenen Geldes am Ende einer vorher festgelegten Laufzeit. Dieses Versprechen wird in einer Urkunde festgehalten. Der Käufer einer Anleihe gibt dem Emittenten einen Kredit. Deshalb ist immer auf die Bonität und Qualität des Emittenten zu achten. Nur wenn der Emittent auch in Zukunft zahlungsfähig ist, kann er die laufenden Zinsen und die Rückzahlung des Anlagebetrages (Nennwert) erbringen.

Was bedeutet Nennwert, Kupon und Kurswert einer Anleihe?

Lautet eine Anleihe auf 100 Euro, dann spricht man vom Nennwert. Der Nennwert wird am Ende der Laufzeit an den Käufer zurückbezahlt. Auf den Nennwert wird ein Zins berechnet und auch als Kupon bezeichnet. Der Kurswert wird an der Börse auf der Basis von Angebot und Nachfrage ermittelt und in Prozent zum Nennwert angegeben. Ob der Kurs steigt oder fällt ist abhängig von der Zinsentwicklung. Bei einem Nennwert von 100 Euro und einem Kurswert von 98 % beträgt der Kaufpreis 98 Euro. Am Ende der Laufzeit wird die Anleihe jedoch zu 100 % (Nennwert) zurückbezahlt.

Warum unterliegen Rentenfonds Kursschwankungen?

Rentenfonds können börsentäglich zum Ausgabepreis gekauft und zum Rücknahmepreis verkauft werden. Der Rücknahmepreis ergibt sich aus dem am selben Tag errechneten Wert, alle im Fonds enthaltenen Anleihen einschließlich eventueller Kassenbestände der Fondsgesellschaft. Der Verkaufspreis besteht aus dem Rücknahmepreis zuzüglich der Verkaufsspesen (Ausgabeaufschlag). Der Wert alle im Fonds enthaltenen Anleihen ergibt sich somit aus den Börsenwerten der jeweiligen Wertpapiere. Die Fondspreise werden in Euro pro Fondsanteil gehandelt.

Beispiel: Kauf und Verkauf einer Anleihe in unterschiedlichen Zinssituationen

Kauf der Anleihe

Sie möchten eine Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren für 10.000 Euro kaufen. Das allgemeine Zinsniveau für eine Anlagedauer von fünf Jahren liegt am Kauftag bei 4 % Zinsen. Auch die Anleihe verspricht eine jährliche Zinszahlung (Kupon) von 4 %. Da die Anleihe das aktuelle Zinsniveau verspricht, wird der Verkaufskurs bei 100 % stehen. Denn an der Börse lautet der Preis für eine Anleihe nicht auf einen bestimmten Eurobetrag, sondern auf den Prozentsatz des Nennwerts. In diesem Beispiel bezahlen Sie für 10.000 Euro Nennwert bei einem Kurs von 100 % auch tatsächlich 10.000 Euro. Sie behalten die Anleihe vier Jahre und möchten ein Jahr vor dem Ablauf die Anleihe an der Börse verkaufen.

Szenario 1: Zinsen sind am Kapitalmarkt unverändert

Die Zinsen am Kapitalmarkt liegen für eine Anlagedauer von einem Jahr auch bei 4 %. Da die bestehende Anleihe ebenso 4 % Zinsen abwirft und in einem Jahr fällig wird, haben Sie gute Chance zu einem Kurs von 100 % zu verkaufen. Der neue Besitzer bekommt nach dem Kauf der Anleihe einem Zinsertrag von 4 % und erhält nach einem Jahr sein Geld zurück.

Der Ertrag aus der Anleihe beträgt 4 % in einem Jahr. Das entspricht somit exakt dem aktuellen Zinsniveau von 4 % für eine einjährige Geldanlage.

Szenario 2: Zinsen sind am Kapitalmarkt gefallen

Die Zinsen am Kapitalmarkt liegen für ein Jahr bei 2 % und sind somit gefallen. Ihre Anleihe zahlt aber 4 % Zinsen bei einer Restlaufzeit von einem Jahr. Sie haben die Chance, die Anleihe an der Börse zu einem höheren Kurs zu verkaufen. Der Kurs könnte bei 102 % liegen. Der neue Besitzer bekommt nach dem Kauf der Anleihe einem Zinsertrag von 4 % und erhält nach einem Jahr sein Geld zurück. Da er 102 %, also 2 % mehr als er am Laufzeitende zurückbekommt, bezahlt hat, beträgt sein tatsächlicher Ertrag nur 2 %.

Der Ertrag aus der Anleihe beträgt 2 % in einem Jahr. Das entspricht somit exakt dem aktuellen Zinsniveau von 2 % für eine einjährige Geldanlage.

Szenario 3: Zinsen sind am Kapitalmarkt gestiegen

Die Zinsen am Kapitalmarkt liegen für eine Anlagedauer von einem Jahr bei 6 % und sind somit gestiegen. Ihre Anleihe zahlt aber nur 4 % Zinsen bei einer Restlaufzeit von einem Jahr. Die Anleihe wird sich an der Börse nur zu einem niedrigeren Kurs verkaufen lassen. Der Kurs könnte bei 98 % liegen. Der neue Besitzer bekommt nach dem Kauf der Anleihe einem Zinsertrag von 4 % und erhält nach einem Jahr sein Geld zu 100 Prozent zurück. Da er nur 98 %, also 2 % weniger als er zurückbekommt, bezahlt hat, beträgt sein tatsächlicher Ertrag 6 % (4 % Zinsen plus 2 % Kursgewinn).

Der Ertrag aus der Anleihe beträgt 6 % in einem Jahr. Das entspricht somit exakt dem aktuellen Zinsniveau von 6 % für eine einjährige Geldanlage.

An diesen Beispielen sehen Sie, dass Rentenfonds täglich an Wert gewinnen oder verlieren, da die im Fonds enthaltenen Anleihen auf die Zinsentwicklung mit Kursschwankungen reagieren. Bei den obigen Beispielen wurden steuerliche Überlegungen, unterschiedliche Zinszahlungstermine und Transaktionskosten nicht berücksichtigt.

Infografik: Rentenfonds bei steigenden oder fallenden Zinsen kaufen?
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Rentenfonds bei steigenden oder fallenden Zinsen kaufen?

Viele Anleger werden jetzt denken, Rentenfonds sind nur eine akzeptable Anlage bei einem fallenden oder gleichbleibenden Zinsniveau. Grundsätzlich ist anzumerken, dass Rentenfonds wie alle anderen Anlagearten und Investitionen nicht isoliert zu betrachten sind, sondern im Zusammenhang mit der finanziellen Gesamtsituation des jeweiligen Anlegers. Unabhängig davon ist jedoch richtig, dass steigende Zinsen sich genau umgekehrt auf den Kurs von Anleihen auswirken, wie sinkende Zinsen. Höhere Marktzinsen führen zu Kursverlusten und somit sind Anlagen in Rentenfonds bei steigenden Zinsen ungünstig. Die einfache Erklärung: Der Fonds besitzt Anleihen mit noch niedrigen Kupons. Der Kurswert sinkt, da bei steigenden Zinsen nur noch besser verzinste Anleihen ausgegeben werden. Anleger die auf lange Frist anlegen, sollten sich bei der Anlageentscheidung jedoch nicht zu stark von dem aktuellen Zinsniveau beeinflussen lassen. Denn in der Vergangenheit wurden zwischenzeitliche Kursschwankungen immer wieder ausgeglichen und insgesamt konnten Rentenanlagen in Euro auf lange Sicht Tages- oder Festgeldanlagen immer schlagen.

Hohe Kosten vermeiden

Wichtig ist, dass Anleger verstärkt auf die Kosten der Fonds achten. Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen und Erträgen, fallen die Fonds- und Vertriebskosten noch stärker ins Gewicht. Eine günstige Kostenstruktur und eine echte Alternative zu vielen Rentenfondsangeboten bieten so genannte Indexfonds oder ETF-Fonds. ETF ist die Abkürzung von Exchange Traded Fund und da diese Fonds meist einen ganzen Börsenindex nachbilden, werden Sie auch Indexfonds genannt.

Fazit:
Rentenfonds sind eine bequeme und flexible Art der Geldanlage in Anleihen. Obwohl Anleihen Kursschwankungen aufweisen, ist diese Anlageform auf lange Sicht meist rentabler als Tages- oder Festgeldanlagen. Ein guter Kaufzeitpunkt ist gegeben, wenn sich das Zinsniveau in der Zukunft nachhaltig nach unten bewegt. Denn fallende Zinsen führen zu einem Kursanstieg von Rentenfonds. Der Wert der im Fonds enthaltenen Anleihen steigt, wenn nur noch Anleihen mit einem niedrigeren Kupon und Zinsertrag auf den Markt kommen. Anleger sollten aber, unabhängig von der möglichen Zinsentwicklung in der Zukunft, immer prüfen, ob Rentenfonds zur individuellen Vermögensstruktur passen und eventuell bestehende Tages- bzw. Festgeldanlagen ersetzen können. Um Währungsschwankungen zu vermeiden, kann die Anlageform Rentenfonds Euro gewählt werden.
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Der Artikel "Rentenfonds Euro: Eine gute Anlage bei fallenden oder steigenden Zinsen?" wurde am 14.12.2014 verfasst.

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