Rentenlücke einfach erklärt (Definition)

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Die Begriffe Rentenlücke oder Versorgungslücke werden häufig im Zusammenhang mit dem Thema Altersvorsorge verwendet und drücken aus, wie hoch der finanzielle Fehlbetrag im Alter pro Monat sein wird, um die Kosten des Lebensunterhalt zu bestreiten.

Obwohl viele Rentenversicherte ahnen, dass ihre Rente im Alter nicht für ein finanziell sorgenfreies Leben reicht, prüfen nur wenige konkret den Stand ihrer Altersvorsorge. Sich eine gute und ausreichende Altersvorsorge aufzubauen ist gar nicht so schwer. Voraussetzung ist jedoch, die bestehenden Verträge kritisch zu prüfen und bei Bedarf anzupassen und sich mit dem Thema frühzeitig zu beschäftigen.

Wie kann ich die Rentenlücke berechnen?

Um die Rentenlücke detailliert zu berechnen, bedarf es sehr viel Fachwissen zu den Bereichen Geldanlage und Altersvorsorge und den Einsatz einer Spezialsoftware. Eine fundierte Ruhestandsplanung sollte die Einkommens- und Ausgabensituation des künftigen Rentners berücksichtigen. Zudem die bestehenden Vermögensbausteine aus gesetzlicher, betrieblicher und privaten Vorsorgeverträgen in die Gesamtbetrachtung mit einbinden und Inflation, Steuern bzw. Abgaben zur Sozialversicherung berücksichtigen. Nur so kann die Renten- bzw. Versorgungslücke möglichst genau berechnet und optimal geschlossen werden. Professionelle Ruhestandsplaner können Ihnen diese Berechnung erstellen und Lösungen zur Deckung der Versorgungslücke aufzeigen.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen:

Vereinfachte Darstellung zur Berechnung der Rentenlücke:

Gesamteinnahmen (Renten, Mieten, Kapitaleinkommen etc.)
minus Steuern
minus Sozialversicherungen
= Nettoeinnahmen
minus Lebenshaltungskosten und laufende Ausgaben
= Rentenlücke bzw. Versorgungslücke

Auch wenn Sie keine Möglichkeit für eine professionelle Ruhestandsplanung haben oder diesen Service nicht nutzen möchten, sollten Sie sich Gedanken zu ihrer finanziellen Situation im Alter machen und ihre Renten-/Vorsorgelücke so genau wie möglich berechnen oder schätzen. Vergessen Sie dabei bitte nicht die Inflation. Denn eine monatliche Versorgungslücke von 500,00 Euro wird in 20 Jahre bei 2 Prozent Inflation zum Beispiel auf 742,97 Euro ansteigen.

Versorgungslücke schließen

Wenn es um die Altersvorsorge geht, ist kurzfristiges Denken und unregelmäßiges Handeln nicht hilfreich. Anleger die kontinuierlich Geld fürs Rentenalter zurücklegen, können bereits mit überschaubaren Sparraten hohe Versorgungslücken schließen. Bleibt dagegen nur wenig Zeit bis zur Rente, lässt sich eine Lücke nur mit hohen Sparraten oder Anlagebeträgen ausgleichen. Wer über einen langen Zeitraum und regelmäßig Geldbeträge in seine finanzielle Absicherung investiert, kommt wesentlich einfacher und schneller ans Ziel.

Beispiel: So viel müssen Sie sparen, um ein Vorsorgekapital von 100.000 Euro bei 3 Prozent Rendite anzusparen:
10 Jahre Ansparzeit: Die erforderliche regelmäßige Monatssparrate beträgt 715,30 Euro!
40 Jahre Ansparzeit: Die erforderliche regelmäßige Monatssparrate beträgt 108,75 Euro!

Legen Sie so früh wie möglich und regelmäßig Geld zum Ausgleich der Rentenlücke zurück. Achten Sie dabei auf eine kostengünstige und renditestarke Anlageform.

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Fazit:
Die Rente wird für viele Verbraucher im Alter mager ausfallen und häufig nicht die laufenden Kosten decken. Im ersten Schritt sollten Sie ihre Versorgungslücke berechnen. Selbst wenn Sie ihre Versorgungslücke nicht genau kennen, sollten Sie mit monatlichen Sparraten fürs Alter vorsorgen und die stattlichen Vergünstigungen nutzen. Denn die finanzielle Lücke lässt sich bereits mit überschaubaren Sparbeträgen schließen, wenn Sie frühzeitig und regelmäßig Geld in die Altersvorsorge investieren.
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Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Beitrag "Rentenlücke" wurde am 10.10.2019 von Robert Aschauer verfasst.

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