Risiken bei Geldanlagen: Das Einmaleins der Geldanlage

Eine 100-prozentige Sicherheit und eine risikolose Geldanlage gibt es nicht. Jede Anlageform hat ein bestimmtes Risiko-Chancen-Profil. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, auf welche wichtigen Basis-Risiken Sie achten müssen. Anleger, die diese einfachen Punkte beachten, sind gut gerüstet, um Fehler bei der Geldanlage zu vermeiden und Ihre Ersparnisse gut und sicher anzulegen.

In der Infografik "Auf diese 5 Risiken der Geldanlage müssen Sie achten" werden die 5 Basis-Risiken der Geldanlagen aufgezeigt und das Risiko-Rendite Profil von Geldanlagen erklärt.

Auf diese 5 Risiken der Geldanlage müssen Sie achten

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Das Inflationsrisiko einer Geldanlage

Anleger können durch die Inflation einen nicht unerheblichen Vermögensschaden erleiden. Das Inflatiosrisiko besteht im Kaufkraftverlust Ihrer Ersparnisse. Ihr Geld wird still und heimlich entwertet.

Beispiel: Die Geldentwertung führt dazu, dass 1.000 Euro bei einer angenommenen Inflationsrate von 2,5 % p.a. in 30 Jahren nur noch 476 Euro wert sind. Ein Verlust an Kaufkraft von über 53 Prozent. Gerade beim Vermögensaufbau für die Altersvorsorge spielt das Inflationsrisiko eine große Rolle. Denn als Rentner planen Sie im Alter mit Ihrem Vermögen den Lebensunterhalt zu bestreiten. Das wird nur möglich sein, wenn Sie Kaufpreisverluste durch Zinserträge (Stichwort: Realverzinsung) ausgleichen konnten.
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Das Schuldner- oder Ausfallrisiko einer Geldanlage

Ökonomisch betrachtet geben Sie als Geldanleger der Bank oder einer Anlagegesellschaft einen Kredit. Der Schuldner zahlt Ihnen dafür einen Zins und schuldet Ihnen am Rückzahlungstag die Summe der Geldanlage. Mit dem Schuldner- oder Ausfallrisiko ist gemeint wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihr Geld wieder zurück bekommen und die vertraglich vereinbarten Zinszahlungen eingehalten werden. Die Bonität des Schuldner spielt dabei eine wichtige Rolle.

Beispiel: Eine Geldanlage bei der Bundesrepublik Deutschland (z.B. Bundesanleihe = Absicherung durch die Steuerzahlkraft der Bürger und Unternehmen) ist sicherer als eine Geldanlage bei einer risikobelasteten Bank oder einem Industrieunternehmen. Banken können pleite gehen, deshalb hat die Bundesregierung eine Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.

Das Schwankungsrisiko einer Geldanlage

Viele Geldanlagen werden an Kapitalmärkten oder Börsen gehandelt. Der aktuelle Kauf- bzw. Verkaufspreis wird täglich ermittelt und ist bei funktionierenden Märkten das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Auch wenn eine Geldanlage, wie zum Beispiel die Bundesanleihe, als sicherer eingestuft wird, können während der Laufzeit Schwankungen im Kurs auftreten.

Beispiel: Wenn Sie Ihren Anlagebetrag bei einer Bundesanleihe während der Laufzeit benötigen, müssen Sie das Wertpapier vor dem Rückzahlungstermin verkaufen. Hat sich seit dem Kaufdatum das allgemeine Zinsniveau erhöht, wird Ihre Bundesanleihe für Käufer uninteressant. Denn ein Kaufinteressent kann eine aktuelle Bundesanleihe mit höheren Zinsen kaufen. Warum soll er Ihre Anleihe mit niedrigeren Zinsen kaufen? Er wird Ihnen Ihre Bundesanleihe nur abkaufen, wenn Sie den Zinsnachteil durch einen niedrigeren Kurs ausgleichen. Angebot und Nachfrage führen in diesem Beispiel dazu, dass Sie beim vorzeitigen Verkauf Kursverluste hinnehmen müssen. Deshalb sollten Anleger grundsätzlich die Laufzeit der Geldanlagen an Ihrem Anlagehorizont ausrichten.

Das Wechselkurs- oder Währungskursrisiko einer Geldanlage

Wenn Sie Geldanlagen in Währungen tätigen, gehen Sie Währungsrisiken ein. Sie wissen nicht, wie sich der Kurs der Währung bis zum Verkauf oder dem Fälligkeitstag entwickelt.

Beispiel: Anleger, die im Kalenderjahr 2018 für 10.000 Euro (EUR - USD Kurs 1,25) eine Geldanlage in US Dollar gekauft haben und im Mai 2020 diese Anlage bei einem Kurs von 1,11 verkauften, haben einen Verlust 11,20 % hinnehmen müssen. Statt der 10.000 Euro erhielten Sie bei diesem Beispiel nur 8.880 Euro Verkaufserlös gutgeschrieben. Ein Währungsverlust von 1.120 Euro.

Das Liquiditätsrisiko einer Geldanlage

Unter dem Begriff Liquidität einer Geldanlage versteht man die Möglichkeit, die Geldanlage jederzeit, schnell und problemlos ohne Verluste verkaufen zu können.

Beispiel: Bei einem Sparbuch können Sie in der Regel sofort Bargeld abheben. Sie bekommen beispielsweise für 1.000 Euro Sparguthaben Bargeld in der gleicher Höhe. Bei einer Beteilung an einem Schiffs- oder Immobilienfonds ist das zum Beispiel nicht so. Hier müssten Sie erst einmal einen Käufer finden. Ein jederzeitiger Verkauf der Beteiligung ist nicht gesichert und der Verkaufspreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage.

Die Risiko- und Renditeklassen von Geldanlagen

Damit Anleger ihr Vermögen entsprechend ihrem Risikoprofil aufbauen können, sollten sie die Renditechancen und Risikoklassen der unterschiedlichen Anlageformen kennen.

Risikoklasse 1 = Sicherheit

Sparbücher, Fest- und Tagesgelder, Sparbriefe etc.

Risikoklasse 2 = Sicherheitsorientiert

Anleihen, Bausparverträge, Fonds mit Anleihen etc.

Risikoklasse 3 = Ertragsorientiert

Aktien, Aktienfonds, Mischfonds, ETF-Fonds mit Aktien etc.

Risikoklasse 4 = Spekulativ

Aktien aus Schwellen-/Drittländern, Branchenfonds, Beteiligungen, Geschlossene Fonds, Optionen etc.

Die Aufzählung der Anlageformen ist sicher nicht vollständig und die hier aufgezeigten Risikoklassen sind nicht "in Stein gemeißelt". Es gibt in der Literatur unterschiedliche Darstellungen und Gliederungen. Wichtig ist, dass Sie folgendes erkennen: Jede Geldanlage kann einer Risikoklasse zugeordnet werden und je höher die Renditeerwartung ausfällt, umso mehr Risiko müssen Sie eingehen.

Wichtig: Denken Sie bitte immer daran, auch wenn Sie einen todsicheren Tipp bekommen: Es gibt keine risikolose Rendite; d.h. Geldanlagen mit hohen Renditechancen sind immer mit größeren Risiken verbunden. Wer eine hohe Rendite erzielen will, muss mit seiner Geldanlage auch höhere Risiken eingehen.

Die Risiken lassen sich jedoch begrenzen, wenn Sie Ihr Gesamtvermögen auf unterschiedliche Anlageformen streuen und dabei wichtige Regeln beachten.

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Fazit:
Es gibt keine Geldanlage ohne Risiken. Die wichtigsten Risiken von Geldanlagen haben wir in diesem Artikel vorgestellt. Unvorsichtige oder unwissende Anleger machen häufig Fehler, tappen in Anlagefallen und verlieren beim Vermögensaufbau Geld oder erreichen ihre Ziele nicht. Eine fatales Problem, besonders bei der Altersvorsorge, wenn dadurch im Alter Geld zum Leben fehlt. Das muss nicht sein: Wer die wichtigsten Regeln beachtet und das kleine Einmaleins der Geldanlage beherrscht, kann Anlagefehlern aus den Weg gehen und seine Ersparnisse gut und solide anlegen.
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Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Artikel "Risiken bei Geldanlagen: Das Einmaleins der Geldanlage" wurde am 14.09.2020 von Robert Aschauer verfasst.

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