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Silber als Geldanlage? Münzen, Barren oder Zertifikate

Viele Anleger stellen sich die Frage, ob Sie mit Edelmetallen eine gute Geldanlage vorfinden. Eine Geldanlage in Silber oder Edelmetalle glänzt nicht immer und viele Anleger haben sich damit bereits eine blutige Nase geholt. Dieser Artikel zeigt, was für und gegen ein Investment in Silber spricht.

Investieren in Silber

Anleger die eine Geldanlage in Silber planen, müssen wissen, dass der Silberpreis hohen Wertschwankungen unterliegt. Obwohl Silber in den zurückliegenden 10 Jahren einen positiven Trend nachweisen kann, ist die Kursentwicklung unberechenbar und unterliegt extremen Schwankungen. Silber ist nur für Anleger geeignet, die auch bei großen Preisschwankungen noch ruhig schlafen können. Der Anteil am Gesamtvermögen solle auch aus diesem Grund nicht zu hoch sein und maximal 10 Prozent eines Anlagedepots ausmachen.

Schmuck, Münzen, Barren oder Zertifikate

Wenn Sie Ihr Geld versilbern möchten, können Sie Silber in Form von Schmuck, Münzen und Barren kaufen. Eine indirekte Investition in Silber ist auch über Wertpapiere möglich. An der Börse werden Silberzertifikate täglich gehandelt. Der Wert dieser Wertpapiere orientiert sich an der Kursentwicklung. Doch achten Sie auf die Bonität des Herausgebers (Emittent). Geht der Emittent des Zertifikates pleite, verlieren Sie als Anleger Ihr Geld.

Aufpreise und Mehrwertsteuer verteuern den Einkauf

Der Preis von Silber wird an der Börse ermittelt und richtet sich nach den Regeln von Angebot und Nachfrage. Kursnotizen erfolgen als Kauf-/Verkaufspreise meist für eine Unze (31,1 Gramm) oder zu einem Kilogramm und überwiegend auf Dollarbasis.

Die Direktanlage in Münzen oder Barren ist deutlich teurer als der indirekte Kauf von Zertifikaten. Die Aufpreise gegenüber dem Börsenkurs liegt bei Münzen oder Barren nicht selten bei ca. 20 bis 30 Prozent. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer und eventuell Lagerkosten für eine sichere Aufbewahrung im Banktresor. Doch viele Anleger greifen trotz der höheren Kosten gerne auf Münzen und Barren zurück, weil Sie in Krisenzeiten über das Silber verfügen möchten. Sie erhoffen sich im Krisenfall mit Silber ein sicheres Zahlungsmittel zu besitzen.

Gold oder Silber kaufen?

Die Wertentwicklung bei Gold und Silber war in den letzten 10 Jahren fast identisch. Der Silberpreis unterliegt jedoch größeren Schwankungen. Silber ist zudem im Gegensatz zu Gold ein wichtiger Rohstoff für die Industrie. Der Industriebedarf für die Zukunft wird von vielen Analysten als stetig und steigend eingeschätzt.

Ob ein Anleger in Gold oder Silber investiert hängt jedoch von mehreren Faktoren (persönlichen Kurserwartungen, Vermögenssituation, Einsatzmöglichkeit als Zahlungsmittel im Krisenfall, persönlichen Vorliegen etc.) ab. Letztendlich ist und bleibt eine Investition in Gold oder Silber immer eine Spekulation verbunden mit dem Streben nach Sicherheit und Werterhaltung.

Langfristige Anlage oder Spekulation?

Edelmetalle sind bei einer kurzfristigen Haltedauer immer eine sehr spekulative Investition. Wer auf eine kurzfristige Preissteigerung wetten möchte, sollte besser in Zertifikate investieren. Die Wertpapiere haben geringe Kaufkosten, sind jederzeit über die Börse handelbar und Kursgewinne sind unabhängig von der Haltedauer steuerfrei.

Anleger die Gold oder Silber als Sicherheit für Krisenzeiten suchen oder einen Teil des vorhandenen Vermögens auch in Edelmetalle streuen möchten, können neben den Zertifikaten auch Münzen und Barren kaufen. Als Beimischung sollte jedoch nicht mehr als 10 Prozent des Anlagevermögens in Edelmetalle investiert werden. Kursgewinne bei Münzen und Barren sind erst nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei.

Silber und Inflationsschutz

Finanzmarktkrise, Verschuldung der Staaten, Kollaps des Euros – solche Krisennachrichten sind Treibstoff für die Gold- und Silberpreisentwicklung. Je schlechter die Nachrichten, umso höher und hektischer die Kursnotizen. Doch viele Anleger haben sich mit einem von Panik getriebenem Silberkauf eine blutige Nase geholt. Richtig ist, dass Edelmetalle genauso wie Immobilien Sachwerte sind und vor Inflation und Geldentwertung schützen können. Nur wenn Silber zu Ihrem Anlagebedarf und Vermögensstruktur passt, sollten Sie über diese Art der Geldanlage Gedanken machen. Nur wenn Sie mit der Wertentwicklung nach Kosten und Steuern höher als die Inflationsrate liegen, haben Sie die Geldentwertung verhindert.

Als besonnener Anleger sollten Sie sich beim Kauf von Silber nicht von Panik oder schlechten Nachrichten leiten lassen. Eine Anlage in Edelmetalle sollte immer auf der Basis einer vernünftigen Bedarfsermittlung erfolgen.

Auch das Finanzamt kassiert mit

Beim Kauf von Schmuck, Münzen und Barren kassiert das Finanzamt mit. Silbermünzen und Barren sind ab 2014 in Deutschland mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt. Goldmünzen und Goldbarren bleiben dagegen von der Mehrwertsteuer befreit. Auch beim Kauf von Zertifikate entfällt die Mehrwertsteuer.

Fazit:
Edelmetalle wie Gold und Silber sind eine von vielen Anlagemöglichkeiten. Der Preis wird an der Börse ermittelt. In Krisenzeiten steigen die Preise aus Angst vor einer Geldentwertung und aus Sicherheitsüberlegungen überproportional und hektisch an. Anleger sollten sich jedoch nicht von Panikkäufen leiten lassen und maximal 10 Prozent Ihres Geldvermögens in Edelmetallen anlegen. Ein Kauf in Silber ist direkt in Form von Schmuck, Münzen oder Barren möglich. Bei der Direktanlage entstehen hohe Kosten die teilweise bis zu 30 Prozent über den aktuellen Börsenkursen liegen. Ein indirekter Kauf ist auch in Form eines Wertpapiers möglich. Bei dieser Anlageform sind die Kosten sehr niedrig und das so genannte Emittentenrisiko ist zu beachten. Geht der Herausgeber des Zertifikates pleite, ist der Anlagebetrag verloren. Anleger sollten sich vor dem Kauf von Silber unabhängig beraten lassen. Denn bei jeder Investition sind die Faktoren individueller Bedarf, Risiko, Kosten, Steuern und die spezifischen Eigenschaften der Anlageform zu beachten.

Der Artikel "Silber als Geldanlage? Münzen, Barren oder Zertifikate" wurde am 24.11.2013 verfasst.


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