Kapitaldeckungsverfahren einfach erklärt (Definition)

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Die Rente der aktuellen Ruheständler wird durch Beiträge der aktuellen Erwerbstätigen finanziert. Man spricht dabei vom Umlageverfahren, da die monatlich eingehenden Rentenversicherungsbeiträge direkt als Rente ausbezahlt bzw. umgelegt wird. Was man unter dem Kapitaldeckungsverfahren bzw. Kapitaldeckungsprinzip versteht und alle wichtigen Vor- und Nachteile dieses Systems erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie funktioniert das Kapitaldeckungsverfahren?

Das Kapitaldeckungsverfahren verfolgt gegenüber dem Umlageverfahren eine andere Grundidee: Die künftigen Renten bzw. Leistungen werden aus einem vorhandenen Vermögen (Deckungsstock) bezahlt. Der Deckungsstock wird durch planmäßiges Sparen aufgebaut. Denn die künftigen Ruheständler sparen während Ihrer Erwerbstätigkeit monatlich eine bestimmte Summe an, diese wird zum Vermögensaufbau am Kapitalmarkt angelegt und finanziert im Ruhestand die Rentenzahlungen.

Kapitaldeckungsverfahren bei der privaten Altersvorsorge (pAV)

Das Kapitaldeckungsverfahren wird in Deutschland im Rahmen der privaten Altersvorsorge (pAV) bereits angewendet. Ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt nach dem Kapitaldeckungsverfahren ist zum Beispiel das Riester-Sparen. Bei einem Riester-Produkt spart der Vertragsinhaber bei einem privaten Anbieter (Bank, Versicherungsgesellschaft, Investmentgesellschaft etc.) Vermögen an, um später eine regelmäßige Rentenzahlung zu bekommen. Der Staat fördert die regelmäßigen Einzahlungen durch Zulagen bzw. Steuervorteilen. Obwohl der Staat bereits einige Produkte fördert, die nach dem Kapitaldeckungsverfahren arbeiten, besteht bei den staatlichen Systemen immer noch das Umlageverfahren.

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Die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen Systemen erklärt das Video "Umlageverfahren vs. Kapitaldeckungsverfahren":

Die Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens

Bei Diskussionen zum staatlichen Rentensystem wird immer wieder eine Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren gefordert. Die Befürworter argumentieren mit folgenden Pluspunkten für dieses Verfahren:

Die Kritikpunkte am Kapitaldeckungsverfahren:

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Fazit:
Obwohl sich das Umlageverfahren im deutschen Rentensystem bis jetzt bewährt hat, werden immer wieder Diskussionen über einen Systemwechsel zu einem kapitalgedeckten Vorsorgesystem geführt. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur (Stichwort: demografische Wandel in Deutschland) verursacht beim jetzigen System größere Finanzierungsprobleme. Denn die Rentenversicherungsbeiträge der erwerbstätigen Bevölkerung reichen immer weniger aus, um die Renten der aktiven Ruheständler zu tragen. Eine Umstellung auf ein Kapitaldeckungsverfahren ist jedoch schwierig und mit zahlreichen Problemen verbunden. Zudem hat auch dieses System Schwächen und nicht nur Vorteile.

Mehr zum Thema "Kapitaldeckungsverfahren":
Umlageverfahren vs. Kapitaldeckungsverfahren (Pro & Contra)

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Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Beitrag "Kapitaldeckungsverfahren" wurde am 19.11.2020 von Robert Aschauer verfasst.

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