Rentenniveau einfach erklärt (Definition)

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Das Rentenniveau ist ein statistischer Wert der Rentenversicherung. Das Rentenniveau wird jährlich berechnet und drückt in Prozent aus, wie sich die sogenannte Standardrente zum aktuellen Durchschnittseinkommen entwickelt.

Das jährlich berechnete Rentenniveaus lag in guten Zeiten bei über 53 Prozent und erreichte im Jahr 2015 einen vorläufigen Tiefstwert von 47,7 Prozent. Die Bundesregierung will durch diverse Maßnahmen das Renteniveau für die kommenden Jahre stabilisieren.

Wie wird das Rentenniveau berechnet?

Nehmen wir das Kalenderjahr 2015 um die Berechnung des Rentenniveaus zu verdeutlichen. Das Durchschnittseinkommen betrug in diesem Jahr 29.253 Euro netto und die Standardrente betrug 13.955 Euro. In Prozent ausgedrückt, betrug die Standardrente somit 47,7 Prozent vom Durchschnittseinkommen.

Formel zur Berechnung des Rentenniveaus:
(Standardrente in Euro * 100) / Durchschnittseinkommen Euro = Rentenniveau
Für 2015: (13.955 Euro * 100) / 29.253 Euro = Rentenniveau von 47,7 %

Was wird als Standardrente bezeichnet?

Wissen Sie eigentlich, was es mit der Standardrente auf sich hat? Viele Rentenversicherte denken, es ist eine einheitliche Rente bzw. eine gewisse Mindestrente, die alle Versicherten im Alter auf jeden Fall erhalten werden. Doch das ist falsch. Die Standardrente - häufig wird sie auch Eckrente genannt - ist die Rente, die ein Versicherter mit genau 45 Entgeltpunkten bekommt, wenn er zur Regelaltersgrenze in Rente geht.

Warum bekommen viele Versicherte eine geringere Rente als die Standardrente?

Die Standardrente erreichen viele Versicherte der Rentenkasse nicht. Das liegt einerseits daran, dass viele vor der Regelaltersgrenze mit Abschlägen in Rente gehen und anderseits die 45 Entgeltpunkte nicht erreichen.

Das Rentenniveau einfach erklärt

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Regelaltersgrenze: Rentenversicherte bekommen eine geringere Rente, wenn sie früher als die Regelaltersgrenze in Rente gehen. Denn für jeden Monat Frührente werden vom Rentenanspruch 0,3 Prozent abgezogen.
Entgeltpunkte: Die meisten Rentenversicherten erreichen keine 45 Entgeltpunkte, da sie weniger als das Durchschnittseinkommen aller Versicherten verdienen oder nicht so lange arbeiten. Denn nur wenn das Einkommen des Versicherten in einem Arbeitsjahr die Höhe des durchschnittlichen Einkommens aller Versicherten beträgt, sammelt sich auf dem Rentenkonto ein Entgeltpunkt an. Liegt das Einkommen unter dem Durchschnittseinkommen, werden weniger Entgeltpunkte gutgeschrieben oder umgekehrt.

Was versteht man unter dem Durchschnittseinkommen?

Bei der Berechnung des Rentenniveaus wird tatsächlich der deutsche Durchschnittsverdienst herangezogen, denn die Standardrente wird ins Verhältnis zum Durchschnittsverdienst desselben Jahres gesetzt. Wächst das Einkommen der Deutschen stärker als die Rente im selben Zeitraum, sinkt das Rentenniveau, obwohl die Rente nominal erhöht wurde.

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Fazit:
Das Rentenniveau ist eine statistische Rechengröße und für viele Versicherte unverständlich. Es stellt sich die Frage nach der Aussagekraft. Denn die Standardrente setzt 45 Arbeitsjahre mit Beiträgen zur Rentenversicherung und ein Einkommen in Höhe des Durchschnittseinkommen aller Versicherten voraus. Im richtigen Leben werden viele Rentenversicherte dieses Niveau nicht erreichen und müssen deshalb mit wesentlich geringeren Renten als die Standardrente auskommen.

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Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Beitrag "Rentenniveau" wurde am 05.09.2019 von Robert Aschauer verfasst.

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