Wohneigentum: Deutsche bleiben überwiegend Mieter

Regelmäßig ergeben Bevölkerungsbefragungen und Statistiken von Verbänden der Immobilienwirtschaft und von unabhängigen Instituten der Meinungsforschung ein einheitliches Bild zum Wohnungseigentum: Die Deutschen träumen von der eigenen Immobilie. Die meisten Bundesbürger sehen die Immobilie als Schutz vor Inflation und als gute Altersvorsorge. Doch warum liegt dann die Eigentümerquote nur bei knapp 53 Prozent? Warum bleibt für viele Bundesbürger die eigene Immobilie lebenslang nur ein Traum? Wie kann der finanzielle Weg zum eigenen Heim aussehen?

Wohneigentumsquote in Deutschland

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zahlen ca. 57 Prozent der Deutschen Haushalte Miete. Betrachtet man als die Bezugsgröße die Einwohner, dann liegt die Wohneigentumsquote in Deutschland bei etwas unter 53 %. Die Wohneigentumsquote bezeichnet den Anteil der von Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen an der Gesamtzahl aller Wohnungen. In Frankreich und den Niederlanden liegt die Quote bei knapp über 65 Prozent, in Italien bei über 75 Prozent und in den Nordländern Estland und Lettland bei über 80 Prozent. Deutschland liegt in der Statistik ziemlich am Ende, lediglich die Schweiz wird mit 44 Prozent als Schlusslicht ausgewiesen.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen:

Wie stehen die Bundesbürger zum Eigenheim?

Die Deutschen sind eine immobilienbegeisterte Nation. Der Wunsch nach dem eigenen Heim ist ungebrochen hoch. Freiheit in den eigenen vier Wänden, der Inflationsausgleich durch Sachwerte und der Schutz vor Altersarmut sind oft die Beweggründe für einen Immobilienerwerb. Doch auch Anleger schätzen die Immobilien und sind häufig der Meinung: Es geht nichts über Betongold als sichere Geldanlage. Der Immobilienspiegel der Sparkassen zeigt, wie Bundesbürger ihr Vermögen aufbauen möchten:

  • 53 Prozent - Kauf einer selbst genutzten Immobilie
  • 28 Prozent - Kauf einer fremd genutzten Immobilie
  • 24 Prozent – Aktien / Investmentfonds
  • 23 Prozent – Lebensversicherungen
  • 6 Prozent – Festverzinsliche Wertpapiere

Quelle: Immobilienspiegel der Sparkasse - Befragung 2015 I Basis: 1.900 Befragte bundesweit I Angaben in % der Befragten | Mehrfachnennungen möglich)

Die Zahlen zeigen, dass die Immobilie sehr stark als eine gute Anlagemöglichkeit wahrgenommen wird und bei vielen Verbrauchern eine wesentliche Rolle bei der Wahl einer Geldanlage spielt. Auch beim Thema Rente und Altersvorsorge ist die Immobilie ein interessantes und wichtiges Thema. Wer im Alter keine Miete zahlen muss, kann mit der Rente besser seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Doch warum haben so "wenige" Deutsche Wohneigentum?

Deutschland gehört zu dem reichsten Land der Welt und die Bundesbürger brechen immer wieder alle Sparrekorde. Die aktuelle Bundesbankerhebung zeigt, dass statistisch gesehen jeder Haushalt in Deutschland ca. 214.000 Euro Nettovermögen besitzt. Das sollte doch gerade in Zeiten niedriger Kreditzinsen eine gute Basis sein, um sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Doch man muss die Statistik genauer betrachten: 10 Prozent der Haushalte besitzen fast 60 Prozent des Nettovermögens. Die Mehrzahl der Bundesbürger verfügt nur über ein unterdurchschnittliches Nettovermögen und haben dadurch einen schwierigen finanzielle Weg zum Eigenheim vor sich. So wundert es nicht, dass vielen Bundesbürgern einfach das Eigenkapital für einen soliden Immobilienerwerb fehlt. Das fehlende Eigenkapital ist aber nur ein Faktor für die geringe Wohneigentumsquote.

Weitere Gründe für die geringe Wohneigentumsquote

Es gibt sicher viele Gründe für die geringe Wohneigentumsquote in Deutschland. Einige wesentlichen Gründe sind zum Beispiel, dass immer mehr jungen Arbeitnehmer beruflich mobil sein müssen und einen Immobilienerwerb an einem bestimmten Standort nicht vornehmen möchten. Hinzu kommt der Baulandmangel in Deutschland, die in vielen Regionen sehr hohen Kaufpreise für Immobilien und die extrem hohen Erwerbsnebenkosten (ca. 10 % vom Kaufpreis – Makler, Grundbuch, Notar, Grunderwerbsteuer). Neu hinzu gekommen sind gesetzliche Mindestanforderungen an den Kreditnehmer – die Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Die Richtlinie war eigentlich als Verbraucherschutz gedacht. In der Praxis erweist sie sich jedoch als Hemmschuh für so machen Immobilienkäufer. Viele sprechen bereits von einer Entmündigung der Verbraucher.

Der Weg zum Eigenheim!

Es gibt keinen Einheitsweg oder eine Standardlösung um sich dem Thema Eigenheim zu nähern. Verbraucher die sich mit dem Erwerb einer Immobilie befassen wollen, sollten sich Zeit für eine Finanzplanung. Dabei sind mehrere Fragen zu beantworten: Wo stehen Sie aktuell mit Ihren Finanzen? Wann wollen Sie welche Immobilie erwerben? Mit welchem Einkommen können Sie nachhaltig rechnen? Wie hoch darf die monatliche Belastung für die Immobilie und den benötigen Kredit sein? Wann wollen Sie in Rente gehen? Wie sieht Ihre finanzielle Situation als Rentner aus? Es gibt noch mehr Fragen, aber diese sind von der persönlichen Situation des Immobilieninteressenten abhängig. Auf jeden Fall sind auch die Planungen hinsichtlich des eigenen Ruhestands und der Altersrente zu berücksichtigen.

Fazit:
Die Immobilie steht bei vielen Bundesbürgern hoch im Kurs. Auch wer noch nicht über das notwenige Eigenkapital (ca. 20 – 30 % des Kaufpreises) für einen Immobilienkauf verfügt, kann sich die finanzielle Basis für einen Erwerb durch eine zielgerichtete Geldanlage und durch Sparen zum Vermögensaufbau schaffen. Wichtig ist, dass im ersten Schritt eine grundsätzliche Finanzplanung erfolgt. Dabei sollte eine Bestandsaufnahme der Finanzen, die Klärung aller Wünsche, Ziele und Bedürfnisse erfolgen und eine Rentenberechnung erstellt werden. Ein erfahrener Berater kann Ihnen auf der Basis der Ergebnisse den finanziellen Weg zum Eigenheim aufzeigen.
Mehr zum Thema Altersvorsorge & Rente:

Der Artikel "Wohneigentum: Deutsche bleiben überwiegend Mieter" wurde am 25.11.2016 verfasst.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen: