Flexirente: Alles zur vorgezogenen Rente (mit Rechenbeispiel)

Früher in Rente gehen - oder doch länger arbeiten? Mit der neuen Flexi-Rente dürfen Sie zur Rente hinzuverdienen, ohne dass jeder Cent wieder bei der Rente abgezogen wird. Hier erfahren Sie, wie die neue Teilrente funktioniert und was Sie zur Flexi-Rente wissen müssen.

Die Ziele der neuen Flexirente kurz erklärt

Die Flexirente soll Anreize schaffen, damit mehr Menschen länger ganz oder in Teilzeit arbeiten. Die Kombination aus Teilrente und Hinzuverdienst soll flexibler und einfacher werden. Durch freiwillige Beiträge, längere Beschäftigungszeiten und höhere Hinzuverdienstmöglichkeiten ist mehr Rente möglich.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen:

Flexirenten-Gesetz: Drei Wege zu mehr Rente

Mit der neuen Flexirente können Sie Ihre Rente aufpeppen. Hierfür stehen Ihnen folgende Wege offen:

Infografik: So funktioniert die neue Flexirente

Die Infografik zeigt, wie Sie die Flexirente für sich nutzen können.

So funktioniert die neue Flexirente

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Rechenbeispiel: Lohnt sich die Flexirente immer?

Das folgende Rechenbeispiel (Quelle: Stiftung Warentest - Heft Finanztest 2/2017) macht deutlich, dass sich höhere Hinzuverdienste auf die vorgezogene Rente bzw. Teilrente finanziell oft nicht sonderlich lohnen.

Annahmen:
  • Arbeitnehmer (Jahrgang 1954 = Regelaltersgrenze 65 Jahre und 8 Monate)
  • Vorgezogene Rente mit 63 (32 Monate früher x 0,3 % = 9,6 % Rentenabschlag)
  • 9,6 Prozent Abschlag von der regulären Jahresrente von 14.400 Euro
  • Rente mit 63: 13.018 Euro (14.400 minus 9,6 Prozent)
  • Netto-Jahresrente 11.560 Euro nach Abzug von Sozialabgaben
Ergebnis Minijob: 16.690 Euro
Würde der Arbeitnehmer für monatlich 450 Euro arbeiten, dann bekommt er im Jahr 5.400 Euro steuer- und sozialabgabenfrei auf die Hand. Zusammen mit der Netto-Jahresrente stehen ihm dann 16.690 Euro zur Verfügung.
Ergebnis Flexirente: 18.450 Euro
Falls der Arbeitnehmer über den Freibetrag von 6.300 Euro hinzuverdient, kommt es zur Anrechnung auf die Rente. Bei einem angenommenen Jahresverdienst von 15.000 Euro, wird der Freibetrag von 6.300 abgezogen. Das Gehalt abzüglich Freibetrag liegt in diesem Fall bei 8.700 Euro. Davon müssen 40 Prozent, also 3.480 Euro, auf die Rente angerechnet werden. Die Renten von 13.018 Euro wird somit um 3.480 Euro auf 9.538 Euro gekürzt. Die gekürzte Rente und das Gehalt von 15.000 Euro ergeben ein Gesamtbrutto von 24.538 Euro. Nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben verbleiben dem Arbeitnehmer 18.450 Euro.

Bei höheren Hinzuverdiensten bleibt oft nicht wesentlich mehr übrig. In diesem Beispiel liegt das Ergebnis gerade mal 1.490 Euro über dem Ergebnis beim Minijob.

Gibt es Obergrenzen für den Hinzuverdienst?

Ja, es gibt eine Obergrenze. Denn wenn die gekürzte Rente und der Hinzuverdienst zusammen über dem höchsten Einkommen der letzten 15 Jahre liegt, wird der übersteigende Betrag nicht mehr mit 40 Prozent, sondern zu 100 Prozent auf die Rente angerechnet.

Checkliste: So prüfen Sie die Flexirente

Hinzuverdienst bei der Erwerbsminderungsrente

Auch bei den Erwerbsminderungsrenten wird der Hinzuverdienst angerechnet. Bei einer vollen Erwerbsminderung dürfen sie täglich unter drei Stunden und bei der teilweisen Erwerbsminderung unter sechs Stunden hinzuverdienen. Bei der vollen Erwerbsminderung gilt die Hinzuverdienstgrenze wie bei der Altersrente, also 6.300 Euro pro Jahr. Übersteigende Beträge werden mit 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Bei der teilweisen Erwerbsminderung erfolgt eine individuelle Berechnung der Hinzuverdienstgrenze.

Arbeitgebervorteile bei der Flexirente

Auch die Arbeitgeber profitieren von der Flexirente. Die Flexirente bietet Anreize, um länger zu arbeiten. Jedes Unternehmen hat damit die Chance, langjährige und erfahrene Mitarbeiter auch über den Rentenbeginn hinaus zu beschäftigen.

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Fazit:
Früher in Rente gehen und hinzuverdienen. Die Flexirente macht die Kombination aus Rente und Hinzuverdienst flexibler und einfacher. Mit der Flexirente lassen sich die Altersbezüge aufstocken. Die Hinzuverdienste werden bis zum Freibetrag, der Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro, nicht auf die Rente angerechnet. Die übersteigenden Beträge werden bis zur persönlichen Obergrenze nur teilweise angerechnet, und dann vollständig.
Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.
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Der Artikel "Flexirente: Alles zur vorgezogenen Rente (mit Rechenbeispiel)" wurde am 10.04.2018 von verfasst.