Grundrente für Geringverdiener: Definition, Höhe & Anspruch

Die Bundesregierung plant die Einführung eine Grundrente. Doch wieviel Grundrente sollen Arbeitnehmer erhalten und wer hat Anspruch auf die Rentenaufstockung? In diesem Artikel erfahren Sie, was sich bei der gesetzlichen Rente ändern kann und wer von der Grundrente profitieren wird - und wer nicht.

Warum ist eine Grundrente so dringend notwendig?

Viele Mitglieder der Rentenversicherung werden im Alter lediglich eine Rente in Höhe der Grundsicherung beziehen. Und dass, obwohl Sie ihr Leben lang gearbeitet und Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt haben. Betroffen sind vor allem Geringverdiener, die wegen ihrer niedrigen Löhne nur einen geringen Rentenanspruch besitzen. Die Mehrzahl der Betroffenen sind Frauen, die häufig zu Lasten ihrer beruflichen Arbeit die Kindererziehung und/oder die häusliche Pflege nahestehender Menschen übernommen haben. Ohne eine Aufstockung der Rente könnten diese Menschen im Ruhestand in eine schwierige finanzielle Situation geraten und in der Altersarmut landen.

Wer soll von einer Grundrente profitieren?

Der Entwurf zur Grundrente sieht vor, dass die Rentenaufstockung an folgende Bedingungen geknüpft wird:

Die Infografik "Grundrente 2019: Was sich ändert und wer davon profitiert" zeigt die Eckpunkte der Grundrente.

Grundrente 2019: Was sich ändert und wer davon profitiert

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Von der Grundrente könnten nach Hochrechnungen drei bis vier Millionen Menschen in Deutschland profitieren.

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Welche Bedeutung hat die Bedarfsprüfung?

Die Grundrente sollte nur zur Auszahlung kommen, wenn eine Bedarfsprüfung die Notwendigkeit bestätigt. So kann einem Anspruchsberechtigen die Grundrente verweigert werden, wenn er etwa mit einem Partner zusammenlebt und dieser über eine hohe Rente verfügt. Die Bedarfsprüfung ist unter den Koalitionspartnern ein strittiges Thema. Arbeitsminister Hubertus Heil will eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung durchsetzen.

Wie wird die individuelle Grundrente berechnet?

Arbeitnehmer, die nach 35 Beitragsjahren unter 896 Euro Rentenanspruch bleiben, sollen eine individuelle Grundrente erhalten. Die Höhe der Grundrente richtet sich nach dem im Erwerbsleben erworbenen Rentenanspruch. Je nach Einkommenshöhe und Beitragszahlung werden dem Rentenkonto eine bestimmte Zahl an Entgeltpunkten gutgeschrieben. Wurden pro Jahr im Durschnitt weniger als 0,8 Entgeltpunkte angesammelt, werden diese durch das Grundrentenkonzept verdoppelt. Im Idealfall führt diese Handhabung zu einer Rentenaufstockung von derzeit 448 Euro. Der Zuschlag soll auf jeden Fall so hoch ausfallen, dass die Grundrente zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs liegt.

Wie soll die Finanzierung der Grundrente erfolgen?

Die Finanzierung der Grundrente ist noch völlig offen und wird von den Parteien konträr diskutiert. Eines steht jedoch bereits fest: die Rentenkasse können die Mehrkosten nicht tragen. Es geht um zusätzliche Ausgaben von 4 bis 5 Milliarden im Jahr. Derzeit wird über eine Finanzierung durch Steuereinnahmen nachgedacht. Auch eine Querfinanzierung durch eine einzuführende Vermögenssteuer ist möglich.

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Fazit:
Aktuell werden in Deutschland drei bis vier Millionen Menschen nur eine Rente unterhalb der Grundsicherung erhalten, obwohl Sie über 35 Jahre gearbeitet und Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt haben. Überwiegend sind davon Geringverdiener betroffen und Frauen, die wegen Kindererziehung oder Pflege von nahestehenden Menschen ihren Job vernachlässigen mussten. Die Grundrente soll die Rente der Betroffenen aufstocken, damit diese im Ruhestand mehr Geld zu Verfügung haben und die Altersarmut vermieden wird.
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Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Artikel "Grundrente für Geringverdiener: Definition, Höhe & Anspruch" wurde am 18.02.2019 von Robert Aschauer verfasst.