Vermögenswirksame Leistungen (VL-Sparen) einfach erklärt (Definition)

Rentenlexikon » Vermögenswirksame Leistungen (VL-Sparen)

Vermögenswirksame Leistungen dienen dem Vermögensaufbau. Arbeitnehmer können monatlich nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) Geld anlegen und erhalten unter bestimmten Bedingungen vom Staat ein Geldgeschenk in Form einer Arbeitnehmerzulage. Bei vielen Beschäftigten beteiligt sich auch der Chef am Vermögensaufbau.

Viele Arbeitnehmer verschenken Geld

Wer Geld vom Staat bzw. Arbeitgeber geschenkt bekommt, nimmt das sicher gerne an. In der Realität stellt man fest, dass viele Arbeitnehmer diese Sparform und die Geldgeschenke nicht beanspruchen. Woran das liegt? Zu einem daran, dass nicht alle Betriebe über diese geförderte Sparform informieren. Zum anderen, dass viele Arbeitnehmer aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen darauf verzichten.

Welche Förderung gibt es bei vermögenswirksamen Leistungen?

Es gibt in vielen Betrieben Zuschüsse zum monatlichen Sparbetrag. Die Höhe der Zuzahlung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers oder im Tarifvertrag bzw. der Betriebsvereinbarung geregelt. Die zweite Förderung besteht aus einer staatlichen Arbeitnehmersparzulage. Diese Förderung greift jedoch nur, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

Infografik: So funktionieren vermögenswirksame Leistungen

Die Infografik zeigt, wie diese Sparform in der Praxis funktioniert und welche Anlageformen dafür geeignet sind.

So funktionieren vermögenswirksame Leistungen

Infografik: "So funktionieren vermögenswirksame Leistungen" Infografik herunterladen
Sie dürfen diese Infografik gerne auf Ihrer Webseite verwenden. Hinweise zur Nutzung unserer Infografiken.

Der Arbeitnehmer kann die Anlageform frei wählen. Im Anschluss informiert er den Arbeitgeber über die gewählte Sparform und bittet die monatliche Leistung direkt vom Gehalt zu überweisen. Nach Ablauf einer Sperrfrist von 7 Jahren kann der Arbeitnehmer frei über das Geld verfügen.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen:

Lohnen sich vermögenswirksame Leistungen?

Viele verzichten auch deshalb auf die vermögenswirksamen Leistungen, weil Sie davon ausgehen, dass sich mit einer kleinen Sparsumme kein wesentliches Vermögen aufbauen lässt. Eine falsche Entscheidung, denn auch "Kleinvieh macht Mist". Oder anders ausgedrückt: Selbst aus kleinen Sparbeiträgen kann ein ansehnliches Vermögen entstehen.

Rechenbeispiel "Vermögenswirksame Leistungen":

Das erzielte Endkapital inkl. Zinsen beträgt in diesem Beispiel 143.890,47 Euro. Dabei wurde noch nicht einmal berücksichtigt, dass im Normalfall der Arbeitgeber von den gesamten Einzahlungen (24.000 Euro durch 600 monatliche Sparraten von 40 Euro) einen Teil trägt. Der Zins und Zinseszins beträgt in diesem Beispiel 119.890,47 Euro. Ein durchschnittlicher Ertrag von jährlich 6 % ist bei einer Aktienanlage über einen langen Zeitraum durchaus möglich.

Reicht die Rente im Alter? Jetzt prüfen:
Fazit:
Vermögenswirksame Leistungen sind eine gute Möglichkeit mit kleinen Beträgen ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Der Staat unterstützt den Vermögensaufbau mit Arbeitnehmersparzulagen. In vielen Betrieben übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der monatlichen Sparleistung. Die Vermögenswirksamen Leistungen eignen sich auch als Altersvorsorge. Besonders dann, wenn ein gute Anlageform gewählt wurde und die Verträge nach Ablauf der Sperrfrist weitergeführt werden.

Mehr zum Thema "Vermögenswirksame Leistungen":
Wann bekomme ich vermögenswirksame Leistungen?
Vermögenswirksame Leistungen optimal anlegen - Geld vom Arbeitgeber
Vermögenswirksame Leistungen auszahlen lassen: Wann geht das?

Weitere Definitionen aus dem Rentenlexikon:
Robert Aschauer
Über den Autor: Robert Aschauer
Der erfahrene Finanzexperte Robert Aschauer schreibt für einfach-rente.de über die Themen Rente & Altersvorsorge. Er ist Dipl. Bankbetriebswirt (ADG), Financial Planer, Kreditanalyst und Ruhestandsplaner und hat langjährige Praxiserfahrung im Bankwesen und als unabhängiger Honorarberater.

Der Beitrag "Vermögenswirksame Leistungen (VL-Sparen)" wurde am 14.11.2019 von Robert Aschauer verfasst.

Das könnte Sie interessieren: